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» blog · 4. November 2026 · Claude

YouTube-Videos mit KI erstellen: mein Workflow mit Claude und Tella

Nach der Aufnahme ist mein YouTube-Video in 30 Minuten fertig: Claude schneidet in Tella, setzt Grafiken und Sound. Sechs Schritte, ohne KI-Avatar.

Mein letztes Video war nach der Aufnahme in ungefähr 30 Minuten fertig für den Upload. Die Grafiken, die Markierungen und die Soundeffekte darin hat keine Cutterin gemacht, und ich auch nicht. Das hat Claude gemacht, aber vermutlich anders, als es dir gerade in vielen YouTube-Videos gezeigt wird. Über diesen Ablauf wird so gut wie gar nicht gesprochen, dabei ist er so einfach, dass du ihn für deine eigenen Videos sofort nutzen kannst. Und ja, im Video sitze ich wirklich selbst vor der Kamera. Kein KI-Avatar. Das ist eine bewusste Entscheidung, und warum, erkläre ich gleich. Drei Dinge zeige ich dir hier: warum Videos gerade jetzt so wichtig sind, wenn du online gesehen werden willst. Warum ich mir von der KI helfen lasse, mich aber nicht von ihr ersetzen lasse. Und meinen kompletten Workflow, Schritt für Schritt von der Themenidee bis zum fertigen Upload.

Warum Videos gerade jetzt zählen

Das gilt nicht nur, wenn du ein Business hast. Es gilt für jeden, der sein Wissen teilen, sich online etwas aufbauen oder einfach sichtbar werden möchte. Texte kann man heute in ein paar Sekunden erzeugen. LinkedIn-Beiträge, Newsletter, Verkaufsseiten, das schreibt dir jede KI. Und genau deshalb lesen sich viele Texte inzwischen gleich. Was du nicht erzeugen kannst, bist du selbst: deine Stimme, dein Gesicht, die Art, wie du etwas erklärst. Wenn jemand dir zehn Minuten zuhört, weiß er danach, ob er dir vertraut. Das schafft kaum ein Text.

Laut einem aktuellen Video-Marketing-Report nutzen 91 Prozent der Unternehmen Video bereits im Marketing, und 84 Prozent der Menschen sagen, dass sie 2026 mehr Videos von Marken sehen möchten. Wir sind so darauf trainiert, Videos zu schauen, dass es sträflich wäre, dich nicht in Videos zu zeigen. Dazu kommt etwas, das ich an YouTube besonders schätze: Ein Instagram-Post oder ein LinkedIn-Post ist nach ein, zwei Tagen weg. Ein gutes YouTube-Video wird über Monate und Jahre gefunden, weil Menschen dort aktiv nach Lösungen suchen. Überleg mal selbst: Wenn du etwas wissen willst, suchst du bei Google oder bei YouTube? Das Video arbeitet also weiter für dich, während du längst an einem anderen Thema sitzt.

Warum machen es dann so wenige? Ganz ehrlich: wegen des Aufwands. Aufnehmen geht ja noch. Aber schneiden, Grafiken bauen, Sound, Thumbnail, Beschreibung, das hat mich früher pro Video mehrere Stunden gekostet. Genau an dieser Stelle setzt mein Workflow an.

Warum ich keinen KI-Avatar erstelle

Bevor ich dir den Ablauf zeige, eine Sache, die mir wirklich wichtig ist. Ich könnte mir heute in wenigen Minuten einen KI-Avatar bauen, eine Kopie von mir. Die sieht aus wie ich, klingt wie ich und spricht jedes Skript fehlerfrei ein. Ich müsste nie wieder vor die Kamera. Ich mache es trotzdem nicht, aus einem einfachen Grund: Wenn du mein Video schaust, willst du wissen, wer da wirklich spricht. Du willst einschätzen können, ob du mir vertraust. Ein Avatar würde dir etwas vorspielen, und das passt nicht zu dem, wie ich arbeite. Und du würdest es vermutlich merken, nicht bewusst, aber unbewusst. Wie ein Ton, der minimal daneben liegt.

Wenn du mir zuschaust, bekommst du mich: meine Erfahrung aus vielen Jahren in Unternehmen und im Online-Business, meine Einschätzung, auch mal ein klares Nein. Das kann mir keine KI abnehmen, und das soll sie auch nicht. Was Claude abnehmen darf, ist alles, wofür es mich nicht braucht: Recherche, eine erste Fassung des Skripts, den Schnitt, die Grafiken, die Beschreibung. Das ist Handwerk, und genau das gebe ich ab. So habe ich mehr Zeit für das, was nur ich kann: vor der Kamera sitzen und mit dir sprechen.

Mein Workflow in sechs Schritten

Schritt 1: Das Thema finden, mit vidIQ und Claude

Am Anfang steht die Frage: Worüber mache ich das nächste Video? Wenn ich keine Idee habe, nutze ich vidIQ. Dort sehe ich, wonach Menschen auf YouTube suchen, welche Begriffe gefragt sind und welche Videos auf meinem Kanal gut laufen. Diese Daten muss ich Claude nicht einmal mehr geben, weil ich Claude mit vidIQ verbunden habe. Claude zieht sie sich selbst. Dann überlegen wir gemeinsam: Welches Thema passt zu meinen Zuschauerinnen und Zuschauern? Welche Fragen haben sie wirklich? Und was hat noch nie jemand so erklärt wie ich? Am Ende habe ich ein Thema, von dem ich weiß, dass es gesucht wird.

Schritt 2: Claude schreibt das Skript

Claude kennt meine Art zu sprechen, meine Zielgruppe und meine Themen. Ich lese das Skript durch und ändere das, was nicht nach mir klingt. Das Skript, das du im Video hörst, ist genauso entstanden. Wie du Claude so einrichtest, dass es deine Sprache kennt, habe ich in Claude Projekte beschrieben.

Schritt 3: Aufnehmen mit Tella

Wir haben die Idee und das Skript, jetzt geht es um die Aufnahme. Die mache ich mit Tella. Tella zeichnet meine Kamera und meinen Bildschirm gleichzeitig auf. Ich muss mich um keine Technik kümmern, ich setze mich hin und spreche. Das ist auch schon der einzige Schritt, bei dem ich wirklich gebraucht werde.

Schritt 4: Claude schneidet, direkt in Tella

Wenn das Video im Kasten ist, kommt der Schritt, der in den letzten Wochen alles verändert hat. Tella habe ich über eine sogenannte MCP-Schnittstelle mit Claude verbunden. Stell dir das so vor: Claude darf direkt in meinem Tella-Konto arbeiten, als würde jemand an meinem Rechner sitzen. Ich gebe Claude die Aufgabe, mein Video zu bearbeiten. Claude liest das Transkript mit allen Zeitmarken und setzt die Einblendung genau auf das Wort, das ich gerade sage. Dazu kommen Markierungen, Grafiken und passende Soundeffekte.

Dafür habe ich mit Claude feste Designs entwickelt. Im Moment habe ich verschiedene Stile, und die habe ich mir in ein eigenes Plugin gepackt. Heute sage ich Claude nur noch: Wende bitte diesen Stil an und verwende die und die Vorlage. Die Overlays selbst entstehen übrigens mit Claude Design, wie in Claude Design: Was es kann, was es kostet beschrieben. Wichtig ist mir dabei eins: Claude schneidet nichts aus meinem Video heraus, ohne dass ich es ausdrücklich sage. Ich sitze immer am längeren Hebel. Am Ende schaue ich mir das Ergebnis an und gebe Feedback, wenn mir etwas nicht gefällt. Und weil Claude wirklich alles in Tella macht, kann ich dort selbst noch einmal Hand anlegen.

Schritt 5: Das Thumbnail mit ChatGPT

Wenn das Video fertig ist, brauche ich noch ein Thumbnail. Dafür nehme ich ein Foto aus dem Video und lasse mir damit von ChatGPT das Thumbnail erstellen. So bin ich auf dem Bild wirklich ich und keine künstliche Version von mir.

Schritt 6: Beschreibung und Titel aus dem Transkript

Im letzten Schritt sage ich Claude: Nimm das Transkript, schreib mir daraus eine YouTube-Beschreibung und mach mir mehrere Vorschläge für den Titel. Ich suche mir den Titel heraus, der am besten passt, und lade das Video hoch.

Alles zusammen: etwa 30 Minuten

Wenn ich das zusammenrechne, ist die komplette Bearbeitung nach der Aufnahme in etwa 30 Minuten fertig: Recherche, Skript, Schnitt, Grafiken, Sound, Thumbnail, Beschreibung. Genau deshalb kann ich heute regelmäßig Videos veröffentlichen, ohne dafür ganze Tage am Schreibtisch zu verbringen. Wie ich Claude solche festen Aufgaben überhaupt beibringe, steht in Claude Skills für dein Business.

Und jetzt interessiert mich: Welcher Schritt kostet dich bei deinen Videos gerade am meisten Zeit? Schreib es mir in die Kommentare unter dem Video, dann schaue ich, worüber ich als Nächstes ein ausführliches Video mache. In meiner kostenlosen Community „KI — aber richtig" tauschen wir uns genau über solche Abläufe aus. Dort treffen sich Menschen ab 50 mit einem Online-Business, die wissen wollen, was sie mit KI wirklich anstellen können, fernab vom Hype.

Häufige Fragen

Kann KI ein YouTube-Video schneiden?

Ja. In meinem Ablauf arbeitet Claude über eine MCP-Schnittstelle direkt in Tella: Es liest das Transkript mit Zeitmarken, setzt Einblendungen auf das gesprochene Wort, ergänzt Markierungen, Grafiken und Soundeffekte nach festen Vorlagen. Herausgeschnitten wird nur, was ich ausdrücklich sage. Das Ergebnis prüfe ich und kann es in Tella selbst noch ändern.

Was ist Tella?

Tella ist ein Aufnahme- und Schnittwerkzeug im Browser. Es zeichnet Kamera und Bildschirm gleichzeitig auf, ohne dass du dich um Technik kümmern musst. Weil Tella sich mit Claude verbinden lässt, kann Claude die Bearbeitung dort übernehmen.

Was ist eine MCP-Schnittstelle?

MCP steht für Model Context Protocol, eine Verbindung, über die Claude in anderen Werkzeugen arbeiten darf, zum Beispiel in Tella oder vidIQ. Claude bekommt damit die Werkzeuge in die Hand, so als würde jemand an deinem Rechner sitzen. Du gibst die Aufgabe, Claude führt sie dort aus.

Brauche ich einen KI-Avatar für YouTube?

Nein. Ein KI-Avatar sieht aus wie du und spricht jedes Skript fehlerfrei, aber er spielt den Zuschauerinnen etwas vor. Menschen wollen wissen, wer da wirklich spricht, und entscheiden danach, ob sie dir vertrauen. Lass dir von KI alles abnehmen, wofür es dich nicht braucht. Gesicht und Stimme sollten deine bleiben.

Wie lange dauert die Bearbeitung eines YouTube-Videos mit diesem Workflow?

Nach der Aufnahme etwa 30 Minuten für alles zusammen: Recherche, Skript, Schnitt, Grafiken, Sound, Thumbnail und Beschreibung. Früher hat mich allein die Bearbeitung pro Video mehrere Stunden gekostet.

Welche Werkzeuge brauche ich für diesen Workflow?

Vier: vidIQ für die Themensuche, Claude für Skript, Schnitt, Beschreibung und Titel, Tella für Aufnahme und Bearbeitung, ChatGPT für das Thumbnail aus einem Foto aus dem Video. Claude ist mit vidIQ und Tella verbunden, damit es die Daten selbst holt und die Bearbeitung selbst ausführt.

Lass dir helfen, aber bleib du selbst

Videos sind gerade jetzt einer der besten Wege, damit Menschen dich kennenlernen und dir vertrauen können. Lass dir dabei so viel helfen, wie du kannst. Aber das Gesicht und die Stimme in deinen Videos sollten deine bleiben. Alles andere ist Handwerk, und Handwerk kannst du abgeben.

Kirsten Biema
» kirsten biema

Die mit KI im Namen. Über 25 Jahre Unternehmerin, mehr als 10 davon online. Ich zeige dir die Systeme, mit denen du weniger arbeitest und deine Ziele trotzdem erreichst. YouTube: „KI — aber richtig". Solche Anleitungen regelmäßig? Hol dir den Newsletter.

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