» blog · 25. Juli 2026 · Claude

Claude Opus 5 und Skills per Bildschirmaufnahme: Was sich diese Woche geändert hat

In einer einzigen Woche hat sich bei Claude dreimal etwas geändert: ein neues Spitzenmodell namens Opus 5, neue Regeln dafür, was in deinem Abo steckt — und eine Funktion, die ich für die praktischste seit Langem halte: Du nimmst deinen Bildschirm auf, während du arbeitest, erklärst dabei laut, was du tust — und Claude kann diese Aufgabe danach selbst übernehmen. Ohne Prompt, ohne Code. Hier ist, was davon dein Business betrifft.

Drei Änderungen in einer Woche

Ich schreibe normalerweise keine Nachrichten-Artikel. Wenn ich es doch tue, dann weil etwas passiert ist, das deine Arbeit konkret verändert — nicht, weil eine Firma eine Pressemitteilung verschickt hat.

Diese Woche ist das dreimal passiert:

Ich gehe sie in der Reihenfolge durch, die für dein Business zählt — nicht in der Reihenfolge, in der sie erschienen sind.

Das Wichtigste zuerst: Du zeigst es einmal, Claude kann es dann

Die Funktion heißt „Record a Skill“ und steckt im Cowork-Bereich der Claude-App auf dem Computer. Das Prinzip ist so einfach, dass es fast unspektakulär klingt:

  1. Du startest die Aufnahme über das Plus-Menü.
  2. Du machst deine Aufgabe ganz normal — klickst, tippst, arbeitest.
  3. Du erklärst dabei laut, was du tust und warum du es so machst.
  4. Du stoppst die Aufnahme.

Claude wertet aus, was du gemacht hast — deine Klicks, deine Eingaben, deine gesprochenen Erklärungen — und macht daraus einen Skill: eine Fähigkeit, die in deiner Bibliothek gespeichert wird und die du ab dann jederzeit aufrufen kannst, ohne die Erklärung zu wiederholen.

Warum das ein größerer Schritt ist, als es klingt

Bis jetzt gab es zwei Wege, Claude eine wiederkehrende Aufgabe zu übergeben: Du hast einen sehr präzisen Prompt geschrieben, oder du hast einen Skill in Textform angelegt. Beides funktioniert — aber beides setzt voraus, dass du deine eigene Arbeit erst einmal in Worte übersetzen kannst.

Und genau daran scheitern die meisten. Nicht, weil sie zu wenig können, sondern weil sie ihre eigenen Abläufe gar nicht mehr bewusst wahrnehmen. Frag eine Unternehmerin, wie sie ihre monatliche Auswertung macht, und du bekommst „na, ich schau halt in die Zahlen“. Setz dich daneben und sieh zu, und du siehst vierzehn Einzelschritte.

Vormachen ist einfacher als beschreiben. Das ist der ganze Punkt. Du musst deinen Prozess nicht mehr in eine Anleitung übersetzen — du machst ihn einfach, wie immer, und redest dabei.

Für dich als Nicht-Technikerin heißt das: Die letzte echte Hürde zwischen „ich weiß, wie das geht“ und „die KI macht das jetzt für mich“ ist gerade deutlich kleiner geworden.

Was du dafür brauchst

Wofür sich das lohnt — und wofür nicht

Gut geeignet sind Abläufe, die immer gleich sind und mehrfach vorkommen: Rechnungen sortieren und ablegen, Zahlen aus einem Portal in eine Tabelle übertragen, Anfragen nach einem festen Schema beantworten, wiederkehrende Berichte zusammenstellen.

Nicht geeignet ist alles, was jedes Mal anders läuft oder wo du bei jedem Durchgang neu entscheidest. Ein Skill ist kein Ersatz für dein Urteil — er ist die Konserve für den Teil, bei dem du ohnehin nichts mehr entscheidest.

Das ist übrigens dieselbe Unterscheidung, um die sich mein ganzes Vorgehen dreht: Welche Prozesse in deinem Business sind Standard, und was entscheidest nur du? Wer diese Frage nicht beantwortet hat, automatisiert nur sein Chaos — mit Bildschirmaufnahme genauso wie ohne.

Vier Kernaussagen: Du machst eine Aufgabe einmal vor und redest dabei — Claude kann sie danach selbst. Opus 5 ist stärker als das bisherige Spitzenmodell und kostet die Hälfte. In Pro ist Fable 5 nicht mehr enthalten, es gibt einmalig 100 Dollar Guthaben. Ein Skill ist kein Ersatz für dein Urteil, sondern die Konserve für den Standardteil.
Die vier Punkte auf einen Blick — zum Mitnehmen und Weitergeben.

Zweitens: Prüf nach, was dein Abo noch enthält

Diese Änderung ist unspektakulär, aber sie kostet Geld — deshalb steht sie vor dem neuen Modell.

Seit dem 20. Juli gilt für Fable 5, das bis dahin leistungsstärkste Modell:

Damit ich das klar sage, weil ich es schon falsch gehört habe: Die 100 Dollar sind ein Geschenk, keine Rechnung. Es ist ein einmaliges Startguthaben, kein neuer Abopreis.

Ich bin davon selbst nicht betroffen, aber nah dran: Ich nutze Fable 5 sehr intensiv, und in meinem Max-Abo ist es weiterhin enthalten. Hätte ich Pro, wäre das für mich eine spürbare Einschränkung — genau deshalb schreibe ich darüber.

Was du jetzt tun solltest: Schau nach, welches Abo du hast und welches Modell du tatsächlich benutzt. Wenn du Pro hast und dich auf Fable 5 verlassen hast, ist dein Abo gerade stillschweigend weniger wert geworden. Das ist ärgerlich — aber es gibt eine gute Nachricht, und die kommt jetzt.

Drittens: Claude Opus 5 — mehr Leistung für weniger Geld

Am 24. Juli 2026 ist Claude Opus 5 erschienen. Drei Dinge daran sind bemerkenswert:

Es ist stärker als das bisherige Spitzenmodell. In den Tests des Herstellers schlägt Opus 5 das teurere Fable 5 bei mehreren Aufgaben aus Programmierung und Wissensarbeit — bei einem Vergleichstest für besonders schwierige Denkaufgaben lag es bei 43,3 Prozent gegenüber 33,7 Prozent. Das ist ungewöhnlich: Normalerweise ist das teuerste Modell auch das stärkste.

Und es kostet die Hälfte. Gegenüber Fable 5 halbieren sich die Kosten pro verarbeiteter Textmenge — bei besseren Ergebnissen in vielen Bereichen.

Es merkt sich mehr am Stück. Opus 5 arbeitet mit einem Textfenster von einer Million Zeichenbausteinen. In der Praxis heißt das: Du kannst ihm sehr umfangreiche Unterlagen geben — ganze Handbücher, lange Auswertungen, komplette Projektverläufe — ohne dass es dabei den Anfang vergisst.

Dazu kommt eine Einstellung, die vorher so nicht existierte: Du kannst steuern, wie gründlich Claude nachdenken soll. Für schnelle Routinefragen eine niedrige Stufe, für schwierige Entscheidungen die höchste. Das klingt technisch, ist aber im Alltag simpel — mehr Nachdenken kostet mehr Zeit und Geld, weniger geht schneller. Du entscheidest, was die Aufgabe wert ist.

Wie sich die Claude-Modelle grundsätzlich unterscheiden und welches wofür gedacht ist, habe ich in Claude Fable 5 vs. Opus aufgeschlüsselt — die Systematik dort gilt weiter, Opus 5 setzt sich nur an die Spitze der Alltagsmodelle.

Und weil ich ungern über Dinge schreibe, die ich nicht selbst benutzt habe: Ich teste Opus 5 seit vierundzwanzig Stunden, und der Output ist wirklich gut. Das ist noch kein Langzeiturteil — dafür ist es zu früh, und ich sage dir in ein paar Wochen mehr dazu. Aber der erste Eindruck deckt sich mit dem, was der Hersteller behauptet, und das ist nicht selbstverständlich.

Was das für dich bedeutet: Opus 5 ist ab sofort das Standardmodell in Max und die stärkste Option, die du in Pro bekommst. Wer gerade den Zugang zu Fable 5 verloren hat, bekommt im selben Atemzug ein Modell, das in vielen Fällen die bessere Wahl ist — und das im Abo enthalten bleibt.

Unterm Strich: Für die allermeisten Solopreneurinnen ist das kein Verlust, sondern ein Tausch, bei dem du besser dastehst. Du musst dafür nichts umstellen — in Max läuft Opus 5 automatisch, in Pro wählst du es im Modell-Menü aus.

Was ich davon halte

Von den drei Änderungen ist eine wirklich wichtig, und es ist nicht das neue Modell.

Modelle werden alle paar Wochen besser. Das ist inzwischen Hintergrundrauschen — du merkst es daran, dass deine Ergebnisse besser werden, ohne dass du etwas tust. Es ist keine Entscheidung, die du treffen musst.

Die Bildschirmaufnahme ist eine Entscheidung. Sie verändert, wer eine Aufgabe an KI übergeben kann. Bisher brauchtest du dafür die Fähigkeit, deine Arbeit sauber zu beschreiben — eine Fähigkeit, die viel seltener ist, als alle tun. Jetzt reicht es, sie einmal vorzumachen und dabei zu reden.

Ich halte diese Funktion für großartig, und zwar nicht, weil sie technisch beeindruckend wäre. Sondern weil sie genau die Hürde einreißt, an der ich seit Jahren Solopreneurinnen scheitern sehe: Sie können ihre Arbeit — sie können sie nur nicht aufschreiben. Diese Übersetzungsarbeit fällt jetzt weg.

Was sich dadurch nicht ändert: Du entscheidest weiter, was überhaupt übergeben wird. Eine Aufnahme von einem schlechten Prozess ergibt einen schlechten Skill — nur schneller. Struktur vor Werkzeug, wie immer.

So gehst du damit um — in drei Schritten

  1. Prüfe dein Abo. Welches hast du, welches Modell nutzt du wirklich? Fünf Minuten, und du weißt, ob dich die Änderung vom 20. Juli überhaupt betrifft.
  2. Such dir eine einzige Aufgabe. Nicht die komplizierteste — die langweiligste. Etwas, das du jede Woche machst und bei dem du nichts mehr entscheidest.
  3. Nimm sie einmal auf. Rede dabei, als würdest du es einer neuen Kollegin zeigen. Danach weißt du mehr über den praktischen Wert dieser Funktion als aus jedem Artikel — auch aus diesem.

Wenn du bei Schritt 2 hängst und nicht weißt, welche deiner Abläufe überhaupt Standard sind: Genau dafür habe ich den Standort-Check gebaut. Ein paar Minuten, ehrliche Fragen, und du weißt, wo du stehst und was dein nächster Schritt ist.

Häufige Fragen

Was ist ein Skill bei Claude?

Ein Skill ist eine gespeicherte Fähigkeit: ein Ablauf, den du Claude einmal übergibst und danach jederzeit wieder aufrufen kannst, ohne ihn neu zu erklären. Bisher hast du Skills in Textform angelegt — seit dem 21. Juli kannst du sie auch aufnehmen, indem du die Aufgabe am Bildschirm vormachst und dabei laut erklärst.

Wie funktioniert „Record a Skill“ in Claude Cowork?

Du startest die Aufnahme im Plus-Menü der Claude-App auf deinem Computer, erledigst deine Aufgabe wie gewohnt und sprichst dabei aus, was du tust und warum. Nach dem Stoppen wertet Claude Klicks, Eingaben und deine Erklärungen aus und legt daraus einen Skill in deiner Bibliothek an.

Brauche ich dafür ein bezahltes Abo?

Ja. Die Funktion ist in den Abos Pro, Max und Team enthalten und läuft ausschließlich in der Claude-App auf dem Computer — nicht im Browser und nicht auf dem Handy.

Ist Fable 5 noch in meinem Claude-Abo enthalten?

Das hängt vom Abo ab. In Max und Team Premium ist Fable 5 weiterhin enthalten, allerdings mit halbierten Nutzungsgrenzen. In Pro und Team Standard ist es nicht mehr enthalten — dort gibt es einmalig ein Guthaben von 100 US-Dollar, danach zahlst du nach Verbrauch.

Was ist Claude Opus 5?

Claude Opus 5 ist das am 24. Juli 2026 erschienene Modell von Anthropic. Es schlägt in den Tests des Herstellers das teurere Fable 5 bei mehreren Aufgaben aus Programmierung und Wissensarbeit und kostet dabei nur die Hälfte. Es arbeitet mit einem Textfenster von einer Million Zeichenbausteinen und lässt sich in der Gründlichkeit steuern. In Max ist es das Standardmodell, in Pro die stärkste verfügbare Option.

Ist Claude Opus 5 besser als Fable 5?

In mehreren Tests des Herstellers ja — bei Programmier- und Wissensaufgaben liegt Opus 5 vorn, bei einem Vergleichstest für schwierige Denkaufgaben mit 43,3 gegenüber 33,7 Prozent. Fable 5 bleibt für bestimmte sehr lange, komplexe Aufgaben die Spitze, kostet aber das Doppelte. Für den Alltag der meisten Selbstständigen ist Opus 5 die sinnvollere Wahl, allein schon weil es im Abo enthalten bleibt.

Was kostet Claude Opus 5?

Im Abo kostet es nichts extra: In Max ist es das Standardmodell, in Pro wählbar. Nur wer über die Entwicklerschnittstelle abrechnet, zahlt nach Verbrauch — dort liegt Opus 5 bei der Hälfte dessen, was Fable 5 kostet. Eine Übersicht der Claude-Tarife mit meiner Empfehlung steht in Was kostet Claude?

Muss ich etwas umstellen, um Opus 5 zu nutzen?

In Max nicht — dort ist es bereits das Standardmodell. In Pro wählst du es einmal im Modell-Menü aus. Deine bestehenden Projekte, Skills und Unterhaltungen funktionieren unverändert weiter.

Ersetzt eine Bildschirmaufnahme meine Prozesse?

Nein. Sie überträgt einen Ablauf, den du bereits hast. Wenn dieser Ablauf unklar oder unnötig kompliziert ist, wird er durch die Aufnahme nicht besser — nur schneller wiederholbar. Die Bestandsaufnahme deiner Prozesse bleibt der erste Schritt.

Kirsten Biema
» kirsten biema

Die mit KI im Namen. Über 25 Jahre Unternehmerin, mehr als 10 davon online. Ich fange nie beim Werkzeug an — sondern bei deinem Business. YouTube: „KI — aber richtig“. Solche Anleitungen regelmäßig? Hol dir den Newsletter.

Und wo stehst du gerade?

Sechs Fragen, drei Minuten — und du weißt, an welcher Schraube du wirklich drehen solltest. Kostenlos, ohne Anmeldung.

mach den standort-check →