» blog · 4. Juni 2026 · Claude

LinkedIn-Profil mit Claude analysieren: So liest der Algorithmus dich wirklich

Warum wirst du auf LinkedIn bestimmten Menschen ausgespielt — und anderen nicht? Die Antwort steckt in Daten, die LinkedIn dir kostenlos gibt. Mit Claude wertest du sie selbst aus: Positionierung, Content, Headerbild. Ohne teuren Guru.

Stell dir vor, du wüsstest, wie LinkedIn wirklich funktioniert: wie der Algorithmus dein Profil liest — und warum du bestimmten Menschen ausgespielt wirst und anderen nicht. Genau das kannst du herausfinden. Nicht mit einem Berater für mehrere tausend Euro, sondern mit zwei Dingen, die du sowieso hast oder sofort bekommst.

Ich habe es selbst gemacht: mein Profil einmal komplett analysieren lassen, von vorne bis hinten. Und ich sage dir gleich — das ist nichts für schwache Nerven. Wenn du überzeugt bist, dass bei dir alles gut ist, oder lieber einem Guru für alte Strategien von der Stange Geld überweist: auch gut. Wenn du aber Mut hast, zeige ich dir jetzt Schritt für Schritt, wie es geht.

Was du brauchst

Technisches Vorwissen brauchst du nicht. Erst holen wir die Daten aus LinkedIn, dann verarbeiten wir sie in Claude.

Schritt 1: Dein persönliches LinkedIn-Archiv herunterladen

Das Archiv ist der wichtigste Datensatz: alles, was LinkedIn über dich gespeichert hat. Damit kann Claude prüfen, wie dein Profil tatsächlich gelesen wird — und ob du wirklich den Menschen ausgespielt wirst, die du erreichen willst.

  1. Logg dich bei LinkedIn ein und klick oben auf dein ProfilbildEinstellungen und Datenschutz.
  2. Geh auf DatenschutzDaten herunterladen.
  3. Fordere dein komplettes Archiv an — mit allen Daten, die LinkedIn über dich hat.
  4. Nach ein paar Minuten bekommst du eine E-Mail. Über den Link darin lädst du das Archiv herunter.

Schritt 2: Performance-Analyse exportieren — der 365-Tage-Check

Als Nächstes brauchst du die Auswertung deiner Beiträge: Welche haben funktioniert, welche nicht? Damit versteht Claude deine Content-Strategie.

  1. Geh auf dein Profil und dort in den Bereich Analyse.
  2. Klick auf eine beliebige Kennzahl — du landest auf der Export-Seite.
  3. Wähle als Zeitraum 365 Tage und exportiere die Daten.

Warum ein ganzes Jahr? Weil da auch die Monate dabei sind, in denen es vielleicht nicht so gut lief. Wenn du eine ehrliche Rundum-Analyse willst, gehört das komplette Bild dazu — nicht nur die Glanzmomente.

Schritt 3: Profil als PDF speichern + Screenshot vom Header

  1. Geh auf die Startseite deines Profils und klick auf die drei PunkteProfil als PDF speichern. Damit hast du deinen Infotext, deinen Werdegang — alles, was in deinem Profil steht — als Datei.
  2. Mach zusätzlich einen Screenshot von deinem Headerbild und deinem Profilbild. Die schauen wir uns am Ende gesondert an.

Schritt 4: Das Archiv in Claude analysieren

Jetzt kommt der Teil, für den du normalerweise mehrere tausend Euro bezahlst — oder vor dessen Antworten du vielleicht ein bisschen Angst hast. Claude ist extrem gut darin, Strukturen zu erkennen und Analysen zu fahren. Lade dein Archiv hoch und schreib zum Beispiel:

„Ich habe dir meine LinkedIn-Daten hochgeladen. Was sagen dir die Daten — auch mit Blick auf meine Business-Strategie?"

Ein wichtiger Punkt vorab: Das funktioniert umso besser, je mehr Claude schon über dich weiß. Arbeite also nicht „jungfräulich" mit Claude, sondern in einem Claude-Projekt, das du für dein Business angelegt hast — oder in einem Chat, in dem ihr dein Business schon besprochen habt.

Bei mir kam dabei zum Beispiel heraus, dass in meinem Profil noch eine Positionierung hinterlegt war, die zwei Jahre zurückliegt und für mich gar nicht mehr relevant ist. Auf meine Nachfrage, wie ich die Gewichtung umkehren kann, hat Claude mir direkt einen Prozess aufgezeigt: Was läuft gut, was läuft nicht gut — und welche Handlungsempfehlung sich daraus ergibt.

Schritt 5: Die Performance-Daten auswerten

Im zweiten Schritt lädst du den Export aus deinem Analyse-Bereich hoch:

„Ich habe dir die Datenanalyse der letzten 365 Tage hinterlegt. Welche Erkenntnisse kannst du daraus für mich ziehen? Was kannst du erkennen, was empfiehlst du?"

Claude sagt dir dann: Welche Beiträge laufen gut? An welchen Tagen solltest du künftig posten? Wie solltest du mit welchem Thema umgehen? Je mehr Daten Claude bekommt, desto besser wird das Ergebnis. Und danach fragst du direkt weiter:

„Hilf mir bei der Umsetzung — was bedeutet das konkret für meinen Content?"

Schritt 6: Der Härtetest — Profil und Headerbild

Zum Schluss kommt die Stelle, die meistens am meisten wehtut: dein Profil selbst. Lade das Profil-PDF und den Screenshot von Header- und Profilbild hoch:

„Hier ist mein aktuelles LinkedIn-Profil als PDF, dazu ein Screenshot von Profil- und Headerbild. Sag mir mit den Erkenntnissen aus dem Archiv und der Performance-Analyse: Was können wir in meinem Profil noch optimieren — was ist gut, was ist weniger gut?"

Bei mir kamen viele grüne Bereiche heraus — aber eben auch einige rote. Und genau die gehe ich jetzt an. Das ist der Punkt: Du bekommst keine Schmeicheleien, sondern eine ehrliche Auswertung auf Basis deiner echten Daten.

Häufige Fragen

Was kostet die Analyse?

Die Daten stellt dir LinkedIn kostenlos zur Verfügung — es sind deine eigenen. Du brauchst nur einen Claude-Zugang. Damit ersetzt du eine Auswertung, für die Berater sonst mehrere tausend Euro nehmen.

Brauche ich technisches Vorwissen?

Nein. Du lädst Dateien herunter, lädst sie bei Claude hoch und stellst Fragen in normalem Deutsch. Kein Tool-Chaos, kein Fachchinesisch.

Warum sollte Claude mich schon kennen?

Weil die Analyse dann nicht im luftleeren Raum stattfindet: Claude gleicht deine LinkedIn-Daten mit deiner Positionierung und deiner Business-Strategie ab. Leg dir dafür am besten ein eigenes Claude-Projekt an.

Fazit: Profiloptimierung ohne teuren Coach

Hätte mir jemand vor ein paar Wochen gesagt, dass ich so eine Analyse ganz allein erstellen kann — nur mit den Daten, die LinkedIn sowieso über mich hat, und mit Claude, mit dem ich ohnehin täglich arbeite — ich hätte es kaum für möglich gehalten. Und das, obwohl ich permanent mit KI arbeite.

Wenn du dabei Unterstützung willst: In meiner kostenlosen Community tauschen wir uns genau über solche Workflows aus. Und wenn du dein ganzes Business so strukturieren willst — nicht nur LinkedIn — schau dir den Strategie-Sprint an.

Kirsten Biema
» kirsten biema

Die mit KI im Namen. Über 25 Jahre Unternehmerin, mehr als 10 davon online. Ich fange nie beim Werkzeug an — sondern bei deinem Business. YouTube: „KI — aber richtig". Solche Anleitungen regelmäßig? Hol dir den Newsletter.

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