Vor gut zwei Wochen ist der Nasdaq — der Index der größten IT-Unternehmen der Welt — regelrecht abgeschmiert. Du hast es vielleicht mitbekommen. Der Grund: Claude Opus 4.6. Während die Wall Street in Panik verfallen ist, haben sich viele KI-Begeisterte an den Rechner gesetzt und überlegt: Was können wir damit machen? Herausgekommen sind eigene Programme, für die du bislang ein Abo bezahlt hast — und die jetzt lokal auf dem eigenen Rechner laufen.
Genau das habe ich in den letzten 24 Stunden auch gemacht. Mit Opus 4.6 in Kombination mit Claude Code habe ich mir mein eigenes Trello gebaut, ein eigenes Grafikprogramm erstellt und — vor allem — ein eigenes CRM. Alles läuft lokal bei mir auf dem Rechner. Ich kann es anpassen, wie ich möchte. Und das Schöne ist: Die Daten bleiben bei mir.
Was sich mit Opus 4.6 geändert hat
Bevor ich dir zeige, was ich gebaut habe, zwei wichtige Hinweise zum Setup:
- Ich arbeite mit der Claude-App — einmal auf den Rechner heruntergeladen. Auf meinem Mac ist Cowork automatisch mit freigegeben. Auf einem Windows-Rechner musst du das einmal im Entwicklermodus freischalten, dann siehst du Cowork ebenfalls.
- Du brauchst keinen teuren Plan. Ich bin zwar aktuell im Max-Plan — aber nur, weil ich zuletzt so viel mit Claude gebaut habe, dass mein Guthaben aufgebraucht war. Anderthalb Jahre lang habe ich mit Claude für 18 € im Monat gearbeitet. Du kannst all das auch in der Pro-Version machen.
Und noch etwas vorweg: Ich bin keine Technikerin. Ich spreche mit Claude Code, wie mir der Mund gewachsen ist — und komme zu diesen Ergebnissen.
Projekt 1: Mein eigenes Trello-Board — in 20 Minuten
Mein „Taskboard" startet per Doppelklick über ein eigenes Icon auf meinem Desktop — auch das hat Claude mir erstellt. Es sieht aus wie Trello und funktioniert wie Trello: Ich lege Listen an, in den Listen Karten, ich beschreibe und aktualisiere sie, schiebe sie hin und her. Ich kann mehrere Boards anlegen, ihnen Farben und Namen geben — und wenn ich eine Kalenderansicht dazu haben will: kein Problem.
Mein erster Prompt war denkbar einfach:
„Erstelle mir ein einfaches Dashboard, ähnlich wie Trello, wo ich Aufgaben hin- und herschieben kann, wo ich die Karten beschreiben und aktualisieren kann. Es soll aussehen wie Trello und die gleichen Funktionen haben."
Claude Code hat sich dann selbst angeschaut, welche Skills es braucht — etwa für das Ansichtsdesign — und sich eigene Aufgabenlisten erstellt. Du kannst dabei sitzen bleiben und zuschauen, wie das Tool arbeitet. Der komplette Prozess hat vielleicht 20 Minuten gedauert — wovon Claude 19,5 Minuten gearbeitet hat und ich nur zwei, drei kleine Prompts eingeben musste.
Wichtig war mir die Datenfrage: Das Board läuft im Browser auf meinem Rechner — die Daten landen also nicht im Internet, sondern liegen lokal bei mir. Normalerweise würden sie im Cache gespeichert und wären weg, wenn ich den mal aufräume. Deshalb habe ich Claude gesagt: Ich möchte die Daten in einen eigenen Ordner herunterladen und später wieder einspielen können. Claude hat mir daraufhin ein automatisches Backup als Datei eingerichtet. Die Daten sind damit komplett sicher.
Eine kleine Anekdote am Rande: Ich diktiere meine Anweisungen per Spracheingabe — und aus „den Cache leeren" wurde beim Diktieren „den Cache lehren", also jemandem etwas beibringen. Opus 4.6 hat aus dem Kontext erkannt, dass man einen Cache nicht belehrt, sondern leert, hat den Fehler ignoriert und einfach richtig weitergearbeitet.
Projekt 2: Meine lokale Canva-Alternative
Auch mein Grafikprogramm starte ich über ein eigenes Icon vom Desktop. Es sieht nicht aus wie Canva — aber ich kann damit schon sehr viel machen: Leinwände erstellen und ihre Größe festlegen, Texte hinzufügen, Farben ändern (sogar per Hex-Code), Schrifttyp und Schriftgröße anpassen, Formen wie Rechtecke einfügen — und das Ganze arbeitet mit Ebenen, die ich hin- und herschieben kann.
Mein Prompt:
„Kannst du mir ein eigenes, lokal gehostetes Canva erstellen — mit allen Funktionen, die Canva hat?"
Claude hat mir erst aufgelistet, was es alles einbauen könnte — das war sehr umfänglich. Deshalb habe ich gesagt: Machen wir erstmal ein kleines MVP, also eine ganz kleine Lösung, damit ich sehe, in welche Richtung es geht. Ein paar Minuten später war es fertig. Ich gebe zu: Das ist noch rudimentär. Aber das Konzept ist klar — und im Feintuning kann ich jederzeit nachlegen: „Das will ich noch haben, und das auch."
Projekt 3: Mein eigenes CRM — das Highlight
Die komplexeste Aufgabe, die ich Claude Code bisher gegeben habe, war ein eigenes CRM. Und ich weiß, wovon ich spreche: Ich habe sie alle getestet — HubSpot, aktuell bin ich bei HighLevel, ActiveCampaign hat ein einfaches CRM eingebaut, größere Unternehmen nutzen Salesforce oder SAP. Das Problem: Diese Systeme sind wartungsintensiv und teuer — gerade für Solopreneure kann das kritisch werden. Ich war deshalb immer auf der Suche nach einem CRM, das wirklich lokal bei mir läuft und keine weiterlaufenden Kosten verursacht.
Genau das habe ich mir jetzt gebaut. Es läuft auf meinem Rechner (mit Testdaten, keine echten Kundendaten) und kann:
- Kontakte verwalten — mit allen Details, Aktivitäten und E-Mails pro Kontakt
- Firmendaten hinterlegen
- Deals in der Pipeline führen — inklusive Status, den ich bearbeiten kann
- Meetings planen — mit Teilnehmern, und ich kann im Nachgang die Transkription aus meinem Zoom-Meeting zum Sitzungsprotokoll hochladen
- Aufgaben anlegen — mit Beschreibung, Priorität, Fälligkeit und zugewiesenem Kontakt
- E-Mails verfassen und dem jeweiligen Kontakt zuordnen — momentan noch händisch, die Automatisierung ist der nächste Schritt
Mein Ursprungsprompt — wieder frei gesprochen:
„Ich möchte ein eigenes CRM auf meinem Rechner haben. Ich möchte meine Kundendaten ablegen, Sitzungsprotokolle, E-Mails, Kontaktdaten — alles, was auch in einem guten CRM wie HubSpot enthalten ist."
Claude hat daraufhin selbst die Architektur geplant, und ich konnte das Ganze nebenher laufen lassen. Nach rund zwei Stunden habe ich Rückmeldung gegeben: Meetings sollen sich Kontakten zuordnen lassen, Aufgaben ebenfalls, und beim Sitzungsprotokoll will ich Dateien hochladen können. Claude hat weitergearbeitet — und am Ende kam nur noch mein Hinweis: „Ich möchte das Ganze über ein Icon auf meinem Desktop starten."
Zur Einordnung: Ich habe im letzten Jahr selbst angefangen, mit anderen Tools ein eigenes CRM zu bauen. Ich habe Wochen daran gesessen — und war bei Weitem nicht so weit, wie ich es jetzt an einem einzigen Tag mit Opus 4.6 geschafft habe.
Warum lokal? Datenschutz, 0 € Fixkosten, Unabhängigkeit
Für mich sprechen vier Dinge dafür, solche Tools lokal zu bauen statt Abos zu bezahlen:
- Datenschutz: Meine Daten verlassen nie meinen Rechner. Kundendaten, Deals, Protokolle — alles bleibt bei mir.
- 0 € Fixkosten: Keine monatlichen Abos, keine weiterlaufenden Kosten für Tools, die ich nur zum Teil nutze.
- Geschwindigkeit: Die Tools laufen direkt auf meinem Rechner, per Doppelklick vom Desktop.
- Unabhängigkeit: Ich kann alles anpassen, wie ich es möchte — und bin nicht davon abhängig, was ein Cloud-Anbieter mit seinem Produkt (oder seinen Preisen) vorhat. Demnächst zieht mein CRM auf einen Mac mini um; auch ein virtueller Server wäre möglich.
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Brauche ich Programmierkenntnisse?
Nein. Ich bin keine Technikerin — ich spreche mit Claude Code, wie mir der Mund gewachsen ist, und diktiere meine Anweisungen sogar per Spracheingabe. Entscheidend ist nicht Technik-Wissen, sondern dass du dein Business kennst: Welche Workflows hast du, wo brauchst du Unterstützung? Den Rest plant und baut Claude selbst.
Brauche ich den Max-Plan?
Nein, du kannst das auch in der Pro-Version machen. Ich habe anderthalb Jahre mit Claude für 18 € im Monat gearbeitet und bin erst seit ein paar Tagen im Max-Plan — weil mein Guthaben durch die vielen Projekte aufgebraucht war. Die fertigen Apps selbst kosten dich 0 € Fixkosten.
Wo liegen meine Daten?
Lokal auf deinem Rechner — sie landen nicht im Internet. Damit beim Aufräumen des Caches nichts verloren geht, lässt du dir wie ich ein automatisches Backup als Datei in einen eigenen Ordner einrichten, das du jederzeit wieder einspielen kannst.
Fazit: Das ist erst der Anfang
Drei Software-Lösungen an einem Arbeitstag — programmiert von Claude Code, angewiesen von mir in normalem Deutsch. Mit Claude Code kannst du wirklich alles Mögliche erstellen. Wichtig ist nur, dass du dein Business kennst und weißt, welche Workflows du hast und wo du Unterstützung brauchst — dann baust du dir genau das, was dir fehlt.
Wenn du lernen willst, wie du so etwas immer wieder machst und dabei auf dem Laufenden bleibst: In meiner kostenlosen Community — speziell für Analoge Natives, also Solopreneure ab 45 — tauschen wir uns genau über solche Use Cases aus. Und wenn du Claude von Grund auf in dein Business holen willst, schau dir den Claude-Sprint an.