Das BGH-Urteil zum FernUSG: Warum Coaches jetzt umdenken müssen – und endlich können

Kirsten Biema
August 3, 2025
5 min read

Das jüngste Urteil des Bundesgerichtshofs zum Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG) hat die Coaching-Branche aufgeschreckt. Während viele Trainer und Berater nun in Panik verfallen, erkenne ich darin eine der größten Chancen der letzten Jahre. Zeit für ein radikales Umdenken.

Was das BGH-Urteil wirklich bedeutet: Die neue Rechtslage verstehen

Der Bundesgerichtshof hat mit seinem Urteil vom 12. Juni 2025 endgültig klargestellt: Auch Online-Business-Programme fallen unter das Fernunterrichtsschutzgesetz – völlig unabhängig davon, ob du sie als "Coaching", "Mentoring" oder "Masterclass" verpackst. Das Gericht schaute durch alle Marketing-Etiketten hindurch direkt auf den Kern: Vermittelst du Kenntnisse und Fähigkeiten? Dann brauchst du eine ZFU-Zulassung.

Besonders interessant: Das Gericht betonte ausdrücklich, dass die Begriffe "Kenntnisse" und "Fähigkeiten" bewusst weit auszulegen sind. Selbst ein "9-Monats-Business-Mentoring-Programm" für knapp 50.000 Euro, das sich als individueller Beratungsansatz tarnte, wurde als klassischer, zulassungspflichtiger Fernunterricht eingestuft. Die Beklagte argumentierte noch, sie "coache" die Teilnehmer in ihren "Mindsets" und identifiziere "limitierende Glaubenssätze" – das Gericht sah das anders.

Der Knackpunkt: Sobald du vordefinierte Lernziele hast, Wissen systematisch vermittelst und deine Programme für Gruppen anbietest, bist du im FernUSG-Bereich. Die oft gehörte Ausrede "Das ist doch nur Coaching" zieht nicht mehr.

Die brutale Wahrheit: Ohne ZFU-Zulassung sind solche Verträge nichtig. Komplett. Kunden können ihr Geld vollständig zurückfordern – wie im verhandelten Fall geschehen.

Die Panik-Reaktion der Branche: Warum die meisten Coach-Gurus jetzt versagen

Seit dem Urteil beobachte ich fasziniert die Reaktionen der Coaching-Szene. Drei Muster stechen hervor – und alle zeigen dieselbe Hilflosigkeit:

Typ 1: Die Realitätsverweigerer"Betrifft mich nicht, ich mache ja echtes Coaching." Diese Coaches klammern sich an Begrifflichkeiten und hoffen, dass ihr Marketing-Speak sie vor der Rechtslage schützt. Spoiler: Wird nicht funktionieren.

Typ 2: Die Panik-VerkäuferKomplette Einstellung aller Programme, hektische Ausverkäufe mit fadenscheinigen Begründungen. Diese Coaches zeigen damit jedem, wie wenig durchdacht ihre bisherigen Geschäftsmodelle waren.

Typ 3: Die Pseudo-JuristenÜber Nacht werden alle "Kurse" zu "Beratungen", alle "Lektionen" zu "Impulsen". Als würde ein neues Etikett die Realität verändern. Das Gericht schaut auf Inhalte, nicht auf Bezeichnungen.

Was alle drei Reaktionen zeigen: Die meisten Coaches haben ihre Geschäftsmodelle nie wirklich durchdacht. Sie haben auf Marketing-Hypes gesetzt statt auf solide Strukturen. Jetzt rächt sich diese Oberflächlichkeit.

Out of the Box: Warum das Urteil deine Rettung sein könnte

Während andere jammern, sehe ich das BGH-Urteil als längst überfällige Marktbereinigung. Es zwingt dich zu etwas, was du schon vor Jahren hättest tun sollen: Dein Geschäftsmodell grundlegend zu überdenken.

Das Ende der Pseudo-ExpertiseDer Markt war überschwemmt mit selbsternannten "Experten", die dasselbe oberflächliche Wissen in immer neuen Verpackungen verkauften. 47.600 Euro für ein "Business-Mentoring" ohne echten Mehrwert? Das war Normalität geworden. Das FernUSG mit seinen Qualitätsstandards beendet dieses Spiel.

Strukturen schlagen Marketing-TricksWährend alle auf den neuesten Social-Media-Hack gesetzt haben, beweist das Urteil: Rechtssichere, durchdachte Geschäftsmodelle sind der einzige nachhaltige Weg. Wer bisher nur mit heißer Luft und aufgeblasenen Versprechen gearbeitet hat, fliegt jetzt auf.

Authentizität wird zur NotwendigkeitDas Gericht schaute genau hin: Was wird wirklich geboten? Welchen echten Wert erhalten Kunden? Diese Transparenz zwingt endlich zu ehrlicher Selbstreflexion statt zu Marketing-Geschwätz.

Das BGH-Urteil trennt die echten Experten von den Marketing-Luftpumpen. Endlich.

Die versteckten Chancen: Was andere übersehen

Das Urteil schafft nicht nur Probleme – es öffnet völlig neue Möglichkeiten für clevere Coaches, die bereit sind, ihre Komfortzone zu verlassen.

Weniger Konkurrenz durch MarktbereinigungTausende oberflächliche "Coaches" werden ihre Programme einstellen müssen. Für dich bedeutet das: weniger Lärm im Markt, weniger Vergleichbarkeit, mehr Aufmerksamkeit für echte Expertise.

Höhere Zahlungsbereitschaft für QualitätKunden werden vorsichtiger bei der Anbieterwahl. Wer nachweislich seriös und rechtssicher arbeitet, kann höhere Preise durchsetzen. Qualität wird wieder zum echten Differenzierungsmerkmal.

Neue Geschäftsmodelle werden möglichDas Ende der Standard-Online-Kurse zwingt zu Innovation. Wer jetzt kreativ wird, kann sich völlig neue Märkte erschließen – während andere noch über ihr altes Geschäftsmodell trauern.

Konkrete neue Geschäftsmodelle: Der Ausweg aus der FernUSG-Falle

Statt zu jammern, habe ich bereits über 50 alternative Geschäftsmodelle für die Post-FernUSG-Ära entwickelt. Hier sind die vielversprechendsten Ansätze:

Echte 1:1-Strategieberatung: Premiumpositionierung statt MassenwarePersonalisierte Einzelberatung fällt nicht unter das FernUSG. Zeit, deine Expertise zu fokussieren und als hochpreisige Strategieberatung zu positionieren. Statt 100 Teilnehmer für 500 Euro betreust du 10 Klienten für 5.000 Euro. Weniger Stress, mehr Profit, echte Wirkung.

Live-Intensiv-Formate: Die Kraft des Moments nutzenSynchrone, interaktive Workshops ohne Aufzeichnung sind nicht betroffen. Entwickle intensive Retreat-Formate, mehrtägige Live-Workshops oder regelmäßige Strategie-Sessions. Der Fokus liegt auf gemeinsamer Erarbeitung statt Wissensvermittlung.

Community-Orchestrierung: Vom Lehrer zum FacilitatorStatt Wissen zu "vermitteln", schaffst du Räume für Peer-Learning und Austausch. Du wirst vom allwissenden Guru zum geschickten Facilitator, der die Expertise der Teilnehmer aktiviert. Das ist nicht nur rechtssicher, sondern oft auch effektiver.

Tool-as-a-Service: Software statt SchulungEntwickle digitale Lösungen, die deinen Kunden eigenständig helfen – Analyse-Tools, Strategieframeworks oder Automatisierungen. Du verkaufst das Tool, nicht das Wissen dahinter. Skalierbar und FernUSG-sicher.

Done-for-You-Services: Machen statt lehrenStatt zu erklären, wie Strategie-Entwicklung funktioniert, machst du es einfach. Von kompletter Website-Erstellung über Marketingkonzepte bis hin zu Geschäftsmodell-Designs. Kunden kaufen Ergebnisse, nicht Prozesse.

Strategische Partnerschaften: Dein Know-how, andere StrukturenKooperiere mit ZFU-zugelassenen Bildungsanbietern oder entwickle Systeme, die andere unter deiner Lizenz anbieten können. Du bleibst im Hintergrund, dein System macht die Arbeit.

Die komplette Liste mit über 50 ausgearbeiteten Geschäftsmodellen findest du auf businessideen.kirstenbiema.com – inklusive konkreter Umsetzungsschritte und Rechtsbewertung.

Der Struktur-vor-Tools-Ansatz: Warum methodisches Vorgehen jetzt überlebenswichtig ist

Das BGH-Urteil bestätigt brutal meine langjährige "Struktur vor Tools"-Philosophie. Während andere im Marketing-Chaos versinken und auf den neuesten Growth-Hack setzen, gewinnst du jetzt durch systematisches Vorgehen:

Rechtssicherheit als FundamentKeine noch so kreative Marketing-Strategie hilft, wenn dein Geschäftsmodell rechtlich angreifbar ist. Erst die sichere Basis, dann der Ausbau.

Nachhaltige Kundenbeziehungen statt One-Shot-VerkäufeDas Ende der überteuerten Online-Kurse zwingt zu echter Kundenorientierung. Wer langfristige Beziehungen aufbaut, überlebt die Marktbereinigung.

Echte Expertise entwickeln statt Marketing-ScheinOberflächliches "Fake it till you make it" funktioniert nicht mehr. Das Gericht und kritischere Kunden schauen genau hin. Zeit für echte Kompetenzentwicklung.

Sofortmaßnahmen: Was du jetzt tun musst

Rechtliche Bestandsaufnahme (diese Woche)

  • Analysiere alle deine Programme: Was fällt unter FernUSG?
  • Stoppe problematische Angebote ohne ZFU-Zulassung sofort
  • Sichere laufende Verträge rechtlich ab oder biete Alternativen

Geschäftsmodell-Neuausrichtung (nächste 4 Wochen)

  • Identifiziere deine echten Kernkompetenzen jenseits der Wissensvermittlung
  • Entwickle mindestens 3 alternative Ansätze aus meiner Ideensammlung
  • Teste neue Formate mit bestehenden Kunden

Strategische Neupositionierung (nächste 8 Wochen)

  • Kommuniziere proaktiv deine Anpassungen an bestehende Kunden
  • Baue Vertrauen durch Transparenz und rechtssichere Alternativen auf
  • Nutze die Marktverwirrung für bessere Positionierung

Probiere gerne meinen kostenfreien gpt aus und überprüfe dein Angebot. Wichtig: Das ist keine Rechtsberatung, sondern nur eine Orientierungshilfe.

Warum die meisten scheitern werden – und du nicht

Die Realität ist hart: 80% der aktuellen "Online-Business-Coaches" werden ihre Geschäftsmodelle nicht erfolgreich anpassen können. Warum? Weil sie nie echte Geschäftsmodelle hatten, sondern nur Marketing-Konstrukte.

Die Scheiterungsrisiken:

  • Festhalten an überholten Konzepten aus Bequemlichkeit
  • Panik-getriebene Schnellschüsse ohne Durchdachte Strategie
  • Unterschätzung der rechtlichen Komplexität
  • Fehlende echte Expertise jenseits des "Wie verkaufe ich Online-Kurse"-Wissens

Dein Vorteil:Du erkennst das Urteil als das, was es ist: Eine Chance zur Professionalisierung. Während andere in Schockstarre verfallen, baust du systematisch dein neues, zukunftssicheres Geschäftsmodell auf.

Das BGH-Urteil ist kein Weltuntergang – es ist deine Chance auf ein ehrlicheres, profitableres und nachhaltigeres Business.

Während die Marketing-Luftpumpen vom Markt verschwinden, können echte Experten wie du endlich die Anerkennung und Vergütung bekommen, die sie verdienen.

Die Frage ist nicht, ob sich die Coaching-Branche ändern wird – sie ändert sich bereits. Die einzige Frage ist: Führst du diese Veränderung oder wirst du von ihr überrollt?

Lass uns gemeinsam dein zukunftssicheres Geschäftsmodell entwickeln. In einem strategischen Gespräch analysieren wir deine spezifische Situation und identifizieren die besten Alternativen für dein Business. Keine Panik-Beratung, sondern systematische Strategieentwicklung.

Jetzt Strategiegespräch vereinbaren – und aus der Krise gestärkt hervorgehen.

Kirsten Biema
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